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Was ist eine ewige Anleihe?

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Ewige Anleihen sind eine besondere Art von Anleihen, die nie fällig werden. Im Gegensatz zu traditionellen Anleihen, bei denen der Emittent das Kapital zu einem festgelegten Datum zurückzahlt, zahlt eine ewige Anleihe Zinsen (Kupons) auf unbestimmte Zeit, ohne jemals das ursprüngliche Darlehen zurückzuzahlen.

Wie funktionieren diese Anleihen also? Welche Vorteile und Risiken bergen sie? Schauen wir es uns genauer an.

Wie funktioniert eine ewige Anleihe?

Eine ewige Anleihe ist eine Form der Schuldverschreibung, die von Regierungen, Unternehmen oder Finanzinstituten ausgegeben wird. Der Emittent verpflichtet sich, den Anlegern regelmäßig Zinsen zu zahlen, ist aber nicht verpflichtet, das Kapital zurückzuzahlen – es sei denn, er entscheidet sich, die Anleihe vorzeitig zu kündigen (eine Call Option).

Für Anleger ist der Hauptanreiz ein stetiger Einkommensstrom, oft zu einem höheren Zinssatz als bei regulären Anleihen, was das zusätzliche Risiko widerspiegelt.

Hauptmerkmale ewiger Anleihen

  1. Kein Fälligkeitsdatum: Anleger erhalten ihr Kapital nicht zu einem festen Zeitpunkt zurück.
  2. Höhere Kuponzahlungen: Um die fehlende Kapitalrückzahlung zu kompensieren, sind die Kupons tendenziell großzügiger.
  3. Call Option: Die meisten ewigen Anleihen können vom Emittenten nach einem bestimmten Datum zurückgekauft werden.
  4. Feste oder variable Kupons: Anfängliche Zahlungen sind in der Regel fest, können aber auf variable Zinssätze umgestellt werden, die an Benchmarks wie den Euribor gebunden sind.

Risiken ewiger Anleihen

Obwohl ewige Anleihen attraktive Renditen bieten können, bergen sie mehrere Risiken:

1. Liquiditätsrisiko

Diese Anleihen sind relativ selten und können auf dem Sekundärmarkt schwer zu verkaufen sein, was ein Problem sein kann, wenn Sie schnell Liquidität benötigen.

2. Zinsänderungsrisiko

Steigen die Zinsen, sinkt tendenziell der Marktwert ewiger Anleihen, was den Wiederverkauf ungünstiger macht.

3. Emittenten-Ausfallrisiko

Im Falle einer Insolvenz werden Inhaber ewiger Anleihen oft erst nach anderen Gläubigern bedient, was das Verlustrisiko erhöht.

Historische Beispiele ewiger Anleihen

Ewige Anleihen gibt es schon seit Jahrhunderten. Bemerkenswerte Beispiele sind:

  • Frankreich (1825): Gab eine ewige Rente von 3 % aus, um Exilanten der Französischen Revolution zu entschädigen. Sie blieb bis 1987 ausstehend, als die Regierung sie schließlich einlöste.
  • Niederlande (1648): Eine der ältesten bekannten ewigen Anleihen wurde von Hoogheemraadschap Lekdijk Bovendamsausgegeben, wobei einige Kupons noch heute gezahlt werden!

Fazit: Sollten Sie in ewige Anleihen investieren?

Ewige Anleihen können für Anleger attraktiv sein, die ein regelmäßiges passives Einkommen mit höheren Renditen als traditionelle Anleihen suchen. Sie bergen jedoch erhebliche Risiken in Bezug auf Kuponzahlungen, Liquidität und die finanzielle Gesundheit des Emittenten.

Vor einer Investition ist es entscheidend, die Anleihebedingungen sorgfältig zu prüfen – insbesondere etwaige Kündigungsrechte, den Rang der Anleihe und die Kreditwürdigkeit des Emittenten.

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