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Wer kontrolliert den risikofreien Zinssatz?
Finanzen
20. Mai 2024

Wer kontrolliert den risikofreien Zinssatz?

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In unserem letzten Artikel über den risikofreien Zinssatz, haben wir erklärt, dass nur drei Arten von Vermögenswerten als wirklich risikofrei gelten:

  • Der Teil der Bankeinlagen von Privatpersonen und Unternehmen, der vom Staat garantiert wird (in Frankreich: bis zu 100.000 € pro Person und Institut).
  • Einlagen bei der Zentralbank.
  • Kurzfristige Schuldtitel der stabilsten Regierungen (bekannt als „Treasury Bills“).

Dieser Artikel befasst sich mit einer zentralen Frage: Wie wird der risikofreie Zinssatz bestimmt?

Die entscheidende Rolle der Zentralbanken

Heute sind die Zentralbanken – insbesondere die Federal Reserve (Fed) in den USA und die European Central Bank (EZB) in Europa – die obersten Instanzen für risikofreie Zinssätze.

Märkte mögen versuchen, Zinserhöhungen oder -senkungen zu antizipieren, und ein Großteil der Arbeit eines Zentralbankers besteht darin, diese Erwartungen zu steuern. Der tatsächliche Einfluss der Märkte auf risikofreie Zinssätze ist jedoch minimal bis nicht existent; es sind die Zentralbanken, die die endgültige Entscheidung treffen.

Wie funktioniert das?

Im Rahmen ihres öffentlichen Auftrags zur Bekämpfung von Inflation und Deflation, sind die Zentralbanken mit der Festlegung kurzfristiger „Leitzinsen“ betraut. Diese Zinssätze bestimmen die Konditionen, zu denen sie Geschäftsbanken Kredite gewähren und Zinsen auf Übernachteinlagen zahlen.

Die Höhe dieser Leitzinsen wirkt sich direkt aus auf:

  • Die Kreditkonditionen für Unternehmen und Privatpersonen.
  • Die Zinssätze, die auf ihre Einlagen angeboten werden.

In Zeiten inflationären Drucks erhöhen die Zentralbanken die Leitzinsen, um Kredite zu verteuern und so die Wirtschaftstätigkeit zu verlangsamen. Umgekehrt senken sie in deflationären Perioden die Zinsen, um die Kreditaufnahme zu fördern und die Wirtschaft anzukurbeln.

Schematische Darstellung der Finanzierung wirtschaftlicher Aktivitäten. Quelle: Spiko

Zentralbanken zahlen Zinsen auf Bankeinlagen

In der Praxis hat jede Geschäftsbank ein Konto bei der Zentralbank. Jedes dort hinterlegte Bargeld – bezeichnet als „Reserven“– verzinst sich zum aktuellen Leitzins.

Seitdem die Inflation Mitte 2021 zu steigen begann, wurden diese Zinssätze erheblich erhöht (insbesondere in den Jahren 2022-2023) und erreichten 4 % in Euro bei der EZB und 5,4 % in Dollar bei der Fed.

Zinssätze für Bankreserven, festgelegt von der Fed und der EZB seit 2008. Quelle: Spiko, basierend auf Daten der Fed und EZB

Der Zugang zur Zentralbank ist ein Privileg, das Geschäftsbanken vorbehalten ist, was bedeutet, dass Unternehmen und Privatpersonen auf das Ermessen der Banken angewiesen sind, wenn es darum geht, Zinsen auf ihre eigenen Einlagen zu erhalten.

In Frankreich, wie in den meisten Ländern, ist es gängige Marktpraxis, dass Girokonten keine Zinsen abwerfen. Banken erzielen heute erhebliche Gewinne, ohne Risiko, einfach indem sie Liquidität bei der Zentralbank parken.

Quelle: Financial Times, 22. September 2024

Zugang zu risikofreien Zinssätzen

Glücklicherweise gibt es für Unternehmen und Privatpersonen einen Ausweg – durch die direkte Investition von Bargeld in Treasury Bills. Die von den stabilsten Regierungen ausgegebenen bieten ein Risikoprofil und Renditen, die mit Zentralbankeinlagen vergleichbar sind.

In unseren kommenden Artikeln, werden wir tiefer in diese Finanzinstrumente eintauchen, die heute das beste Mittel zur Demokratisierung des Zugangs zu risikofreien Zinssätzen darstellen (eine Mission, die uns hier bei Spiko sehr am Herzen liegt!).

Bei Spiko bieten wir einfachen Zugang zu risikofreien Zinssätzen in Euro und Dollar durch regulierte Finanzprodukte, die als „Geldmarktfonds“ bezeichnet werden.

Die Geldmarktfonds von Spiko halten Treasury Bills, die von den stabilsten Regierungen der Eurozone und der US-Bundesregierung ausgegeben werden. Sie bieten tägliche Renditen auf Ihr Bargeld sowie ständigen Zugriff auf Ihr Geld – ohne Kündigungsfristen, Strafen oder Abhebungsgebühren.

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Zusammenfassung

Im heutigen Geld- und Finanzsystem Zentralbanken halten die Zügel in der Hand, wenn es um die Kontrolle der risikofreien Zinssätzegeht. Dies tun sie, indem sie „Leitzinsen“ festlegen, die die Sätze bestimmen, zu denen sie an Geschäftsbanken Kredite vergeben und Zinsen auf deren Einlagen (genannt „Reserven“) zahlen. Seit 2022 sind diese Sätze sowohl in den USA als auch in der Eurozone deutlich positiv. Allerdings neigen Geschäftsbanken – da sie die einzigen Einheiten sind, die Konten bei Zentralbanken führen dürfen – dazu, die meisten oder alle Vorteile der risikofreien Zinssätze für sich zu behalten, anstatt sie an ihre Kunden, seien es Unternehmen oder Privatpersonen, weiterzugeben.

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