Geldmarktfonds (MMFs) sind beliebte Anlagen für diejenigen, die Sicherheit, Liquidität und Rendite für ihr Bargeld suchen, sei es für Unternehmensgelder, Notgroschen oder andere Arten von liquiden Mitteln. MMFs bestehen aus kurzfristigen Vermögenswerten wie Schatzwechseln, Einlagenzertifikatenoder Commercial Papers.
Zwei Indikatoren werden häufig verwendet, um die Zusammensetzung eines Portfolios zu bewerten, insbesondere um die Fälligkeitsstruktur seiner Wertpapiere zu analysieren: WAM (gewichtete durchschnittliche Fälligkeit) und WAL (gewichtete durchschnittliche Laufzeit).
Schauen wir uns an, worum es dabei geht.
WAM und WAL: Was ist das?
Die WAM (gewichtete durchschnittliche Fälligkeit) misst die gewichtete durchschnittliche Fälligkeit der Wertpapiere eines Geldmarktfonds basierend auf deren Fälligkeitsterminen. Sie gibt Aufschluss über den durchschnittlichen Zeitraum, nach dem der Fonds zurückgezahlt wird. Ein Fonds mit einer WAM von beispielsweise 30 Tagen bedeutet, dass die durchschnittliche Fälligkeit der von ihm gehaltenen Wertpapiere 30 Tage beträgt. Sie hilft bei der Bewertung des Zinsrisikos: Je länger die WAM, desto empfindlicher reagiert der Fonds auf Zinsschwankungen. Im Allgemeinen weisen Geldmarktfonds kurze WAMs (typischerweise zwischen 30 und 180 Tagen) auf, um diese Empfindlichkeit gegenüber Zinsbewegungen zu minimieren.
Die WAL (gewichtete durchschnittliche Laufzeit) misst die durchschnittliche Zeit bis zur Rückzahlung des Kapitals der Wertpapiere eines Fonds, unter Berücksichtigung der während der Laufzeit der Wertpapiere geleisteten Zahlungen (nur Kapital). Im Gegensatz zur WAM, die auf der endgültigen Fälligkeit der Wertpapiere basiert, konzentriert sich die WAL darauf, wann das Kapital tatsächlich zurückgezahlt wird. Die WAL ermöglicht somit eine genauere Bewertung des Kreditrisikos in Bezug auf die Emittenten der vom Fonds gehaltenen Wertpapiere, insbesondere wie schnell er sein Kapital zurückerhalten kann. Eine kürzere WAL bedeutet, dass der Fonds sein Kapital schneller zurückerhält, wodurch sein Engagement gegenüber dem Ausfallrisiko des Emittenten reduziert wird.
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Regulierung und Transparenz
Der europäische Regulierungsrahmen legt strenge Grenzen für Geldmarktfonds fest, um deren Liquidität zu gewährleisten und sie vor extremen Zinsschwankungen zu schützen.
Regulatorische Obergrenzen der europäischen Geldmarktfondsverordnung (MMFR):
- Kurzfristige Geldmarktfonds: WAM ≤ 60 Tage und WAL ≤ 120 Tage.
- Standard-Geldmarktfonds: WAM ≤ 6 Monate und WAL ≤ 12 Monate.
Darüber hinaus sind Geldmarktfonds verpflichtet, ihre WAM- und WAL-Werte regelmäßig zu veröffentlichen, um maximale Transparenz für Anleger zu gewährleisten.
WAM und WAL der Spiko Geldmarktfonds
Da Spiko Geldmarktfonds als kurzfristige Geldmarktfonds zugelassen sind, müssen sie die oben genannten regulatorischen Anforderungen erfüllen, nämlich WAM ≤ 60 Tage und WAL ≤ 120 Tage.
In ihrem Fall ist WAM = WAL ≤ 60 Tage , da sie nur Schatzwechsel halten, d.h. Instrumente, die während ihrer Laufzeit keine Zahlungen – weder Kapital noch Zinsen – leisten. Im Finanzjargon werden diese als „Bullet Bonds“ bezeichnet, um anzuzeigen, dass die Kapitalrückzahlung in einer einzigen Zahlung bei Fälligkeit erfolgt. Sie werden auch als „Nullkuponanleihen“ bezeichnet, um anzuzeigen, dass vor Fälligkeit keine Zinszahlungen in Form von Kupons erfolgen.
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Fazit
Die WAM misst die durchschnittliche Zeit bis zur Fälligkeit der Wertpapiere eines Fonds, wobei jedes Wertpapier nach seinem Anteil am Fonds gewichtet wird und ausschließlich auf dessen Fälligkeit basiert. Im Gegensatz dazu misst die WAL die gewichtete durchschnittliche Laufzeit unter Berücksichtigung des tatsächlichen Tilgungsplans der verschiedenen Wertpapiere. Bei einfachen Geldmarktinstrumenten, wie Schatzwechseln, die das gesamte Kapital bei Fälligkeit ohne Zwischenzahlungen zurückzahlen, entspricht die WAM der WAL (wie bei Spiko MMFs). Diese Gleichheit entfällt jedoch, wenn Wertpapiere Teiltilgungen oder regelmäßige Amortisationen anbieten, da das Kapital schrittweise zurückgewonnen wird. In diesen Situationen ist die WAL im Allgemeinen kürzer als die WAM, was eine frühere Rückgewinnung der Cashflows und ein geringeres Kreditrisiko widerspiegelt.